„Kontraste“ in Erbach: MGV „Eintracht“ und Gäste begeistern mit Vielfalt und Gänsehautmomenten
Tradition trifft Moderne, Männerchor auf junge Ensembles, klassische Chormusik auf Rock, Pop und sogar Walgesang: Mit seiner Konzert-Matinee „Kontraste“ hat der Männergesangverein „Eintracht“ Erbach eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig und vielseitig Chorgesang sein kann. Trotz sommerlicher Hitze in der Erlenbachhalle erlebten die Besucherinnen und Besucher ein ebenso abwechslungsreiches wie emotionales Programm.
Kategorien: Veranstaltung
News
Veröffentlicht am: 25.06.2026
Veranstaltung: Jahreskonzert des MGV „Eintracht“ Erbach mit „Die Coolen“ und „Die Bub*innen“
Verein: MGV "Eintracht" Erbach
Der 1893 gegründete Männergesangverein „Eintracht“ Erbach, seit Mitte 2025 von Chorleiter Elias Neis geführt, eröffnete am 21.06.2026 die Matinee mit einem starken ersten Programmteil. Die knapp 30 Sänger präsentierten klassische und zeitgenössische Werke wie „O du stille Zeit“, „O sacrum convivium“ und „The Rose“. In diesen Stücken kamen die vollen, warmen Männerstimmen besonders gut zur Geltung und sorgten bereits früh für die ersten Gänsehautmomente. Mit dem „Fliegermarsch“ Fliegermarsch aus der Operette „Der fliegende Rittmeister“ setze der Chor einen ersten Höhepunkt.
Im zweiten Programmteil schlug der Gastgeber mit „You raise me up“, der „Hymne an die Nacht“ und dem mitreißenden Gospelklassiker „O happy day“ eine Brücke von der klassischen Chormusik zu Pop und Gospel. Besonders „O happy day“, unterstützt von einem berührenden Solo von Theresa Brümmer, entwickelte sich zum Publikumsfavoriten und wurde mit langanhaltendem Applaus bedacht.
Passend zum Motto „Kontraste“ hatte die „Eintracht“ zwei Gastchöre eingeladen, die das musikalische Spektrum zusätzlich erweiterten. Das beliebte gemischte A-cappella-Ensemble „Die Coolen“ unter der Leitung von Ulrich Diehl, brachte mit bekannten Popsongs und Rockklassikern Schwung in die Halle. Titel wie „Don’t stop believin’“, „Cheerleader“, „Just the way you are“, ein ABBA-Medley, „Don’t stop me now“ oder „The sound of silence“ ließen das Publikum mitwippen. Spätestens beim abschließenden 90er-Jahre-Dance-Medley summten und sangen zahlreiche Gäste im Saal mit.
Ganz andere Kontraste setzte das neu gegründete Ensemble „Die Bub*innen“, ebenfalls geleitet von Elias Neis. Der junge, gemischte Chor aus ehemaligen Mitgliedern der Limburger Domsingknaben und der Mädchenkantorei präsentierte anspruchsvolle sakrale Chorliteratur und moderne Stücke. Mit Werken wie „They are at rest“, „Cantate Domino“ und der berühmten Tenorarie „Nessun dorma“ aus Puccinis „Turandot“, für vier Stimmen arrangiert, demonstrierten die „Bub*innen“ ein beeindruckend hohes musikalisches Niveau. Tosender Beifall war der jungen Formation sicher.
Den krönenden Abschluss des Vormittags bildete ein gemeinsamer Auftritt aller drei Chöre – ein Experiment ganz im Sinne des Konzertmottos. Im Tutti verbanden sich die unterschiedlichen Klangfarben zu einem großen Chorkörper, der im Dialog mit vom Band eingespieltem Walgesang ein dramatisches „Kyrie“ anstimmte. Dieser Wechselgesang zwischen Mensch und Tier setzte ein starkes Zeichen für die Verbundenheit mit Natur und Schöpfung und sorgte für einen hochemotionalen Gänsehautmoment mit stehenden Ovationen.
Am Ende waren sich viele einig, dass sich der Weg in die Erlenbachhalle trotz der großen Hitze mehr als gelohnt hatte. Eine begeisterte Besucherin brachte es auf den Punkt: „Es war unglaublich, wie vielseitig und berührend Chormusik sein kann – von traditionellem Männerchor bis zu modernen Popsongs. So viel Gefühl, so viel Leidenschaft auf einer Bühne erlebt man nicht alle Tage.“
Autor: Thomas Lob