Nach fast einem Vierteljahrhundert - MGV „Eintracht“ Erbach verabschiedet feierlich seinen Chorleiter
Der MGV „Eintracht“ Erbach verabschiedet seinen Chorleiter Karl-Wilhelm Dünnes nach über 24 Jahren. Damit geht eine außergewöhnliche Ära voller musikalischer Höhepunkte, Menschlichkeit und bleibender Spuren zu Ende.
Veröffentlicht am: 15.07.2025
Veranstaltung: -
Verein: MGV "Eintracht" Erbach
Es sind Zahlen, die beeindrucken: Eine Zeitspanne von über 8.800 Tagen, mehr als 212.000 Stunden. Hinter diesen nüchternen Werten verbergen sich Leidenschaft, Hingabe und musikalische Exzellenz. Werte, mit denen Chorleiter Karl-Wilhelm „Kalli“ Dünnes Töne formte, vor allem aber auch eine musikalische Gemeinschaft prägte.
Über 24 Jahre lang leitete Dünnes den Erbacher Männerchor – ein Zeitraum, in dem aus Sängern Freunde, aus Proben Erlebnisse und aus Auftritten Triumphe wurden. Insgesamt bereits 40 Jahre steht er am "Dirigentenpult", nun endet seine aktive Zeit in Erbach mit der offiziellen Verabschiedung und der gleichzeitigen Würdigung des Deutschen Chorverbandes zu 40 Jahren Chorleitertätigkeit.
Unter Dünnes’ Leitung feierte der Chor sowohl nationale Erfolge als auch internationale Anerkennung. Unvergessen bleiben Auftritte in Budapest, Bergen und St. Petersburg – letztere krönte er 2014 mit der Auszeichnung als bester Chorleiter beim Festival „Singing World“. Insgesamt führte er die „Eintracht“ zu 20 nationalen Wettbewerben, bei denen sie mehrfach erste Preise und Tageshöchstwertungen errang. Und auch er selbst wurde mehrfach mit Dirigentenpreisen geehrt – ein Zeugnis seines untrüglichen musikalischen Gespürs.
„Es ist mehr als der Erfolg, der dich auszeichnet. Vielmehr ist es deine Fähigkeit, Stimmen zu vereinen und Menschen mitzunehmen. Du hast aus einer Gemeinschaft eine Familie gemacht“, würdigte der Vereinsvorsitzende Marcus Schüler bei der Abschiedsrede. Mit Herz, Humor und einem feinen pädagogischen Gespür formte Dünnes aus Laien einen erfolgreichen Männerchor - und ließ nie das Menschliche hinter der Musik vermissen.
Auch bei „Heimspielen“ war Dünnes ein Garant für hochkarätige Konzerte. Über 15-mal erklang die Eintracht unter seiner Leitung in Kirche oder Erlenbachhalle – immer mit dem Anspruch, nicht nur gut, sondern besonders zu sein. Seine Handschrift war unverkennbar, seine Konzerte stets ein Fest für Ohren und Herz.
„Ein besonderer Dank gilt auch der Familie, die dich über all die Jahre unterstützte und mittrug – allen voran Ehefrau Dagmar und Tochter Josefina, die fester Teil der Eintracht-Familie sind“, schloss Marcus Schüler seine Rede.
Mit der Verabschiedung von Karl-Wilhelm Dünnes geht eine Ära zu Ende – doch er bleibt der Eintracht verbunden. Nicht mit einem „Tschüss“, sondern mit einem herzlichen „Auf Wiedersehen“. Denn Menschen wie er hinterlassen Spuren, die weit über Notenlinien hinausgehen.
Autor: Thomas Lob